Was ist ein Redaktionsplan für Unternehmen?
Unternehmen erzählen und posten oft nur dann, wenn etwas Großes passiert – ein neues Produkt, eine Messe, ein Jubiläum. Aber das ist kein Redaktionsplan (auch Redaktionskalender, Content-Kalender), sondern der kleinste gemeinsame Nenner. Wer nur die Highlights erzählt, ist außerdem permanent im Hochstatus. Dabei tragen Geschichten rund um die Produktentwicklung und über leidenschaftliche Mitarbeiter viel sympathischere, authentischere Kommunikationschancen. Ein Redaktionsplan mit strategischem Storytelling bringt das Unternehmen ganz anders auf das Radar und kann echte Bindungen zwischen Marke und Mensch herbeiführen.
Warum braucht ein Unternehmen einen Redaktionsplan?
Einem lebendigen Redaktionsplan liegen zwei Fragen zugrunde: Welches narrative Gold hat die Firma, das sie noch nicht lebt? Und worauf haben die Mitarbeitenden wirklich Lust, wo liegt ihre intrinsische Motivation? Diese beiden Aspekte müssen in der Themenplanung verheiratet werden. Es nützt nichts, wenn theoretisch zwar ein Erzählschatz vorhanden ist, aber niemand ihn heben will. Auch wichtig: Jeder Post, jede Veröffentlichung wird mit einem Ziel verknüpft. Nicht mehr posten „weil man mal wieder was posten muss“, sondern um Umsatz zu machen, die Markenbekanntheit zu erhöhen und Unternehmenswerte zu vermitteln.
Praxisbeispiel: IT-Dienstleister
Wie macht man einen Redaktionsplan für ein Unternehmen?
Wenn das Erzählen noch nicht organisiert ist, entsteht schnell Überforderung. „Dafür haben wir keine Zeit“ und „Wir haben nicht so viele spannende Themen“ waren deshalb Sätze, die uns in einem Redaktionsworkshop bei einem IT-Dienstleister nicht überrascht haben.
Also haben wir einen Raum aufgemacht, in dem jeder seine Erzählvorlieben und -interessen vorstellen konnte – und erlebten kreative Individualisten. Die eine Mitarbeiterin schrieb Bücher, eine andere zeichnete, ein dritter redete gerne mit Menschen, ein vierter liebte es, sich mit Bewegtbild auszudrücken. Auch die Mitarbeitenden, die lieber in zweiter Reihe organisieren, zusammenführen und die Qualitätskontrolle übernehmen, kamen zu Wort.
Danach haben wir die Kalenderwochen (x-Achse) und Kanäle (y-Achse), wie zum Beispiel LinkedIn, Instagram oder den Newsletter auf ein Whiteboard geschrieben. So entstanden „Kanal-Schwimmbahnen“, die wir in einer lebendigen Session im Stehen mit allen relevanten, erzählenswerten Themen gefüllt haben. Dabei wurde klar: Wir haben nicht zu wenig Themen. Und wenn wir die zahlreichen Themen in Formaten (Content-Mix) sammeln auch nicht zu wenig Zeit. Am Ende stand ein Redaktionsplan, der Unternehmensziele und Storytelling miteinander verknüpft.
Warum funktioniert ein Redaktionsplan oft nicht?
Die größte Herausforderung ist immer, die soziale Ablehnung zu überwinden. „Ich bin nicht gut vor der Kamera, ich sehe nicht gut aus, ich will das nicht preisgeben“ – das sind die echten Hindernisse, nicht die Technik. Einen Redaktionsplan wirklich zu etablieren ist deshalb dreierlei zugleich: Bewusstseinstraining, Motivationstraining und handwerkliches Training.
Was ist die Rolle von Waltermedia?
Wir starten mit einem Workshop. Vorher: Mitarbeitende befragen, wo die Erzählhindernisse liegen. Im Workshop: Erzähltalente finden. Und dann: Karteikarten oder Miro-Board, alle Ideen raus, das ganze narrative Gold auf den Tisch. Am Ende geht es darum, eine Euphorie zu wecken – und die dann auch wirklich zu leben.
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